Ein Blick zurück – und nach vorn
Liebe Anna, lieber Simon, liebe Familie, Freunde, Gäste aus nah und fern,
erlaubt mir, dass ich als Bräutigamsvater ein paar Worte verliere.
Wir haben echt Glück gehabt, dass wir heute hier bei Eurer Hochzeit, liebe Anna und lieber Simon, sein können. Denn bis zur Geburt von Simon im November 1992 waren sich alle die Schwangerschaft begleitenden Fachleute einig - unser Kind wird ein Mädchen. Wir Eltern waren ausgerüstet mit schönen Namen - wie Clara-Isabell - und sahen aber dann, es ist eindeutig ein Junge. Da war guter Rat teuer und wir standen als Rabeneltern da, weil wir auch Tage später schulterzuckend die Namensfrage quittierten. Dann kamen aber die Namen der Reihe nach, Benjamin an erster Stelle - doch halt, Benny hieß ja schon der Hund von Bettinas Eltern. So ergab sich eine Reihe von Namen, mit dem ersten Rufnamen Simon - ich hoffe, lieber Simon, liebe Anna, dieser Name gefällt?
Zweieinhalb Jahre zuvor kam Florian in unsere kleine Familie und wir wohnten am Ende des Kurfürstendamms in Berlin-Halensee - es wurde eng! Immerhin sind die beiden Jungs, Florian und Simon, Berliner, im Gegensatz zu den Eltern und könnten frei nach Kennedy sagen "Ick bin ein Berliner".
Wir beschlossen, was größeres zu suchen, aber der Wohnungsmarkt nach die Wiedervereinigung war noch kleiner geworden und so zog es uns wieder Richtung Westen. Mein Ruf an die Hochschule Furtwangen führte uns in den Schwarzwald. Der dann pubertierende Simon warf uns einmal vor, wohin ihn wir denn da verschleppt hätten, in der Großstadt Berlin wäre es viel besser. Ich hoffe und glaube, diese Sichtweise hat sich etwas geändert. Denn Furtwangen im Schwarzwald war eine sehr familien- und kindheitsfreundliche Umgebung. Und nachdem Ihr nun Obfelden als Familienwohnort rausgesucht habt und Ihr aus der Großstadt Zürich zieht, entdecke ich Parallelen.
Nach Deinem erfolgreichen Physikstudium und der Promotion - lieber Simon - hast Du Deinen beruflichen Weg gefunden. Überraschend für mich war, dass Du in die Micro- und Nanotechnologie gegangen bist, das hattest Du zu Abiturzeiten entschieden von Dir gewiesen.
Nun fehlte nur noch die familiäre Komponente. Eines schönen Tages stellte uns Simon Anna vor. Gleich war zu merken, dass es ernster ist. Wir haben Anna gleich in unser Herz geschlossen. Anna brachte sich gleich im Seefelder Garten mit ein und blühte auf.
Und nun seid Ihr verheiratet und habt hoffentlich einen langen gemeinsamen und glücklichen Weg vor Euch.
Wir wünschen Euch einen guten Start in die gemeinsame Zukunft, viel Harmonie, Toleranz, wenn es mal klemmt und eine lange gemeinsame Zeit. In diesem Sinne spreche ich ein "zum Wohl" auch Euch beide aus - hoch lebe das Brautpaar. Alles Gute!